Herbarium

Im Gegensatz zu dem Tüchlein von letzter Woche war das hier eine ziemliche Geduldsprobe. Denn sobald ich erst mal ausgetüftelt hatte, wie sich die Zunahmen am besten mit dem Muster in Einklang bringen lassen, gab es nur noch zahllose Wiederholungen und die Vorfreude auf den nächsten Farbwechsel.


Gedauert hat das Ganze (mit Unterbrechungen) gut einen Monat. Und es ist -  von der Aussaat bis zur Blüte - parallel zu meinen Balkonkräutern gewachsen, daher der Name.


Weil ich ein Sommertuch wollte, das mehr aus Luft denn aus Garn besteht, blieb mir nichts anderes übrig als ein "echtes" Lacemuster zu verwenden (also eines, bei dem man sich nicht mit linken Maschen in der Rückreihe erholen kann). Das war mit dem dünnen Faden kein ungetrübtes Vergnügen. Aber: es sieht so aus, wie ich es haben wollte.



Mit der vielen Luft dazwischen erreicht man mit einem einzigen Knäuel natürlich auch eine durchaus stattliche Größe: Die obere (gebogene) Kante misst 2,60 Meter; an der tiefsten Stelle ist das Tuch 70 Zentimeter hoch.


Und passt natürlich ausgebreitet auf kein Foto ...


Immerhin: Damit habe ich schon die Hälfte der angedachten Juni-Projekte fertig ... Natürlich werde ich jetzt übermütig und packe wahrscheinlich ganz was Neues auf die Nadeln. Da ist noch jede Menge Lacegarn im Stash, das weg muss, denn das nächste Wollfest kommt bestimmt!

Materialien:

  • 93 g Schoppel Laceball 100 (100 % Merino), LL 800 m / 100 g, Farbe 2249 ('Teezeremonie')
Rundstricknadel 3,75 mm




Kommentare

  1. Liebe Ute,
    Respekt! Ein solch filigranes Muster aus dünnem Lacegarn ist in der Tat kein ungetrübtes Vergnügen. Allein die Vorstellung, dass eine Masche von der Nadel fallen könnte, treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Wenn die Rückreihen auch Musterreihen sind, muss man höllisch aufpassen. Dass Du dieses relativ große Tuch in nur einem Monat geschafft hast, ist bewundernswert. Bildschön ist es geworden, liebe Ute!!
    Liebe Grüße
    Anneli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, liebe Anneli! Für den "Fall" der Fälle, also für eventuell sich verflüchtigende Maschen (und natürlich auch zur Erholung) habe ich die Abschnitte mit den rechten Maschen integriert. Zur Not hätte man jeweils bis dahin auftrennen müssen, denn andere Reparaturen sind so gut wie unmöglich. War aber zum Glück nicht nötig.

      Löschen
  2. Wunderschön geworden! Leider fehlt mir zur Zeit die Geduld für solche Projekte.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kann ich verstehen! Meine wurde bei diesem Tuch auch arg strapaziert. Wenn die Reihen länger werden, hat man irgendwann das Gefühl, dass man überhaupt nicht mehr vorankommt.

      Löschen
  3. Das Muster ist toll! Im ersten Moment dachte ich du hättest es gehäkelt!!
    LG Monika

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich wollte auch sowas super Luftiges, das man mit der Häkelnadel viel problemloser hinkriegt. Allerdings nicht, wenn ich häkle - mit so einem dünnen Garn sähe das bei mir gehäkelt sehr unregelmäßig aus.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Pfeilraupe

Linientreu

Waiting for the Sun